Wenn ein Krokodil zum Zahnarzt muss – Neue Westfälische

Leseförderung: Autor Joachim Günther liest Kindergartenkindern in Rödinghausen vor. Die NRW-weite Aktion soll ihre Freude am Umgang mit Sprache und Literatur anregen

Rödinghausen. Wie bringt man ein Krokodil dazu, zum Zahnarzt zu gehen? Ganz einfach: Man liest ihm eine Geschichte über einen Piraten vor, der nur noch vier Zähne hat. So zumindest erzählte es Joachim Günther am Donnerstag etwa 40 Kindergartenkindern aus Rödinghausen in der Zweigstelle der Gemeindebücherei in der Grundschule Bruchmühlen. Der Autor aus Düsseldorf war für ein Projekt zur frühkindlichen Leseförderung an Bibliotheken angereist. Die landesweite Aktion wurde durch den Friedrich-Bödecker-Kreis organisiert und in Teilen finanziert. Die restlichen Kosten übernehmen die Kindertagesstätten und der Förderverein der Gemeindebücherei. Autoren, Pädagogen, Bibliothekare, Buchhändler und Verleger gründeten den Friedrich-Bödecker-Kreis bereits 1954 in Hannover. Inzwischen gibt es ihn in allen Bundesländern. Seinen Namen hat der Verein von dem niedersächsischen Pädagogen Friedrich Bödecker, der in den 1920er Jahren Autoren in Schulen einlud, um neue Formen der Literaturvermittlung zu erproben. In Rödinghausen fand das Projekt zum vierten Mal statt. Eingeladen waren alle Kinder der fünf Kitas, die im nächsten Jahr eingeschult werden. Angeregt wurde es von Büchereileiterin Andrea Mewitz: „Die Kinder sollen sehen, dass man in einer Bibliothek Spaß haben kann. Deshalb steht die ästhetische Wirkung von Sprache, die Freude an Worten und Geschichten im Vordergrund.” Joachim Günther las seine drei Geschichten „Die Omi und das Krokodil”, „Verhexte Hosen für den König” und „Der Autobär” deshalb nicht einfach vor. Er erzählte sie, während er auf großen braunen Tafeln die Handelnden illustrierte, und untermalte die Geschehnisse mit Musik. Die Jungen und Mädchen zu seinen Füßen hielt es bei den Rockklängen kaum auf den kleinen Kissen, die auf dem grauen Teppichboden verteilt waren. „Ich möchte den Kindern zeigen, dass Bücher ein Gesamtwerk aus Geschichten und Illustrationen sind”, sagte Günther, der einige seiner Bücher selbst bebildert hat. „Das Projekt soll einen Grundstein für die Entwicklung der Lesekompetenz und der Freude am Umgang mit Sprache und Literatur legen”, sagte Mewitz. „Diese Freude soll den Kindern im späteren Leben die Möglichkeit zur gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe eröffnen. Der Prozess, in dem sich die Lesekompetenz entwickelt, beginnt vor der Grundschule.” Auch im nächsten Jahr soll die Veranstaltung wieder stattfinden.

Leseförderung: Autor Joachim Günther liest Kindergartenkindern in Rödinghausen vor. Die NRW-weite Aktion soll ihre Freude am Umgang mit Sprache und Literatur anregen

Rödinghausen. Wie bringt man ein Krokodil dazu, zum Zahnarzt zu gehen? Ganz einfach: Man liest ihm eine Geschichte über einen Piraten vor, der nur noch vier Zähne hat. So zumindest erzählte es Joachim Günther am Donnerstag etwa 40 Kindergartenkindern aus Rödinghausen in der Zweigstelle der Gemeindebücherei in der Grundschule Bruchmühlen. Der Autor aus Düsseldorf war für ein Projekt zur frühkindlichen Leseförderung an Bibliotheken angereist. Die landesweite Aktion wurde durch den Friedrich-Bödecker-Kreis organisiert und in Teilen finanziert. Die restlichen Kosten übernehmen die Kindertagesstätten und der Förderverein der Gemeindebücherei. Autoren, Pädagogen, Bibliothekare, Buchhändler und Verleger gründeten den Friedrich-Bödecker-Kreis bereits 1954 in Hannover. Inzwischen gibt es ihn in allen Bundesländern. Seinen Namen hat der Verein von dem niedersächsischen Pädagogen Friedrich Bödecker, der in den 1920er Jahren Autoren in Schulen einlud, um neue Formen der Literaturvermittlung zu erproben. In Rödinghausen fand das Projekt zum vierten Mal statt. Eingeladen waren alle Kinder der fünf Kitas, die im nächsten Jahr eingeschult werden. Angeregt wurde es von Büchereileiterin Andrea Mewitz: „Die Kinder sollen sehen, dass man in einer Bibliothek Spaß haben kann. Deshalb steht die ästhetische Wirkung von Sprache, die Freude an Worten und Geschichten im Vordergrund.” Joachim Günther las seine drei Geschichten „Die Omi und das Krokodil“, „Verhexte Hosen für den König” und „Der Autobär” deshalb nicht einfach vor. Er erzählte sie, während er auf großen braunen Tafeln die Handelnden illustrierte, und untermalte die Geschehnisse mit Musik. Die Jungen und Mädchen zu seinen Füßen hielt es bei den Rockklängen kaum auf den kleinen Kissen, die auf dem grauen Teppichboden verteilt waren. „Ich möchte den Kindern zeigen, dass Bücher ein Gesamtwerk aus Geschichten und Illustrationen sind”, sagte Günther, der einige seiner Bücher selbst bebildert hat. „Das Projekt soll einen Grundstein für die Entwicklung der Lesekompetenz und der Freude am Umgang mit Sprache und Literatur legen”, sagte Mewitz. „Diese Freude soll den Kindern im späteren Leben die Möglichkeit zur gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe eröffnen. Der Prozess, in dem sich die Lesekompetenz entwickelt, beginnt vor der Grundschule.” Auch im nächsten Jahr soll die Veranstaltung wieder stattfinden.

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