Auf den Diktator folgt wohl das "Krokodil" – n-tv.de NACHRICHTEN

Politik

Mittwoch, 22. November 2017

Anfang November feuert Präsident Mugabe seinen Vize Mnangagwa und löst damit einen Militärputsch aus. Dafür zahlt er mit seinem Rücktritt. Nun steht Simbabwe vor einem Neuanfang und braucht einen neuen Präsidenten. Mnangagwas Chancen stehen gut.

Nach dem Rücktritt von Präsident Robert Mugabe wird der von ihm geschasste Vize-Präsident Emmerson Mnangagwa nach Simbabwe zurückkehren. Mnangagwa werde um 12 Uhr unserer Zeit auf dem Militärstützpunkt Manyame in Harare landen, sagte ein Mitarbeiter des ehemaligen Vize-Präsidenten. Anschließend werde er sich in die Zentrale der Regierungspartei Zanu-PF begeben und danach ins Präsidialbüro.

Von der Zanu-PF hieß es, Mnangagwa solle gleich nach seiner Rückkehr zum Übergangspräsidenten ernannt werden. Das Zentralkomitee der Partei habe sich für Mnangagwa als Interims-Staatschef ausgesprochen. Es wird damit gerechnet, dass der frühere Vizepräsident bis zu geplanten Wahlen im nächsten Jahr zunächst geschäftsführend amtieren wird.

Der unter dem Spitznamen “Krokodil” bekannte Mnangagwa ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite. Er gilt als Hardliner und hat unter Mugabe unter anderem den Geheimdienst und das Justizministerium geführt.

In der Nacht feierten Tausende Simbabwer ausgelassen den Rücktritt Mugabes. Er war in Simbabwe seit 1980 an der Macht. Mugabe hatte den 75-jährigen Mnangagwa Anfang des Monats gefeuert, was weithin als einer der Auslöser des Militärputsches vom vergangenen Mittwoch gesehen wird. Das Militär stellte Mugabe unter Hausarrest, woraufhin sich seine bisherigen Unterstützer in Windeseile von ihm abwendeten. Am Dienstag trat Mugabe zurück, um einer Amtsenthebung durch das Parlament zuvorzukommen.

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai forderte unterdessen, schnellstmöglich freie und faire Wahlen abzuhalten, um aus Simbabwe wieder eine erfolgreiche Demokratie zu machen. Ob die Opposition an der Übergangsregierung bis zur Wahl im nächsten Jahr beteiligt werden soll, blieb zunächst unklar. Die Afrikanische Union erklärte, der Rücktritt Mugabes ebne den Weg für “einen Übergangsprozess, der dem souveränen Volk Simbabwes gehört und von ihm geleitet wird”. Auch die US-Regierung forderte, freie und faire Wahlen zu organisieren.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte, es sei wichtig, dass nun ein offener Dialog für eine demokratischere Zukunft eingerichtet werde, der zur Beschleunigung wesentlicher Reformen animiere. Die EU sei bereit, diesen Prozess zu begleiten. Der Putsch der Generäle wurde nach Meinung von Experten auch dadurch ausgelöst, dass Mugabe seine unbeliebte Frau Grace als Nachfolgerin etablieren wollte. Die 52-Jährige ist bekannt für ihr impulsives Verhalten, teure Kleider und extravagante Shopping-Reisen und wird oft spöttisch “Gucci Grace” genannt.

Mehr zum Thema

Bislang ist noch unklar, ob Mugabe in Simbabwe verbleiben wird und ob ihm möglicherweise von der Militärführung Straffreiheit zugesichert wurde. Zunächst unklar blieb auch, wie schnell und wie stark sich das Militär nach der Bildung einer Übergangsregierung wieder aus der Politik zurückziehen würde.

Mugabe war in dem Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht, zunächst als Premierminister und seit 1987 als Präsident. Seine Regierungsführung wurde mit den Jahren zunehmen autoritärer. Unter seiner Führung wurde aus der wohlhabenden Kornkammer der Region ein Armenhaus.

Quelle: n-tv.de

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Mittwoch, 22. November 2017

Anfang November feuert Präsident Mugabe seinen Vize Mnangagwa und löst damit einen Militärputsch aus. Dafür zahlt er mit seinem Rücktritt. Nun steht Simbabwe vor einem Neuanfang und braucht einen neuen Präsidenten. Mnangagwas Chancen stehen gut.

Nach dem Rücktritt von Präsident Robert Mugabe wird der von ihm geschasste Vize-Präsident Emmerson Mnangagwa nach Simbabwe zurückkehren. Mnangagwa werde um 12 Uhr unserer Zeit auf dem Militärstützpunkt Manyame in Harare landen, sagte ein Mitarbeiter des ehemaligen Vize-Präsidenten. Anschließend werde er sich in die Zentrale der Regierungspartei Zanu-PF begeben und danach ins Präsidialbüro.

Von der Zanu-PF hieß es, Mnangagwa solle gleich nach seiner Rückkehr zum Übergangspräsidenten ernannt werden. Das Zentralkomitee der Partei habe sich für Mnangagwa als Interims-Staatschef ausgesprochen. Es wird damit gerechnet, dass der frühere Vizepräsident bis zu geplanten Wahlen im nächsten Jahr zunächst geschäftsführend amtieren wird.

Der unter dem Spitznamen “Krokodil” bekannte Mnangagwa ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite. Er gilt als Hardliner und hat unter Mugabe unter anderem den Geheimdienst und das Justizministerium geführt.

In der Nacht feierten Tausende Simbabwer ausgelassen den Rücktritt Mugabes. Er war in Simbabwe seit 1980 an der Macht. Mugabe hatte den 75-jährigen Mnangagwa Anfang des Monats gefeuert, was weithin als einer der Auslöser des Militärputsches vom vergangenen Mittwoch gesehen wird. Das Militär stellte Mugabe unter Hausarrest, woraufhin sich seine bisherigen Unterstützer in Windeseile von ihm abwendeten. Am Dienstag trat Mugabe zurück, um einer Amtsenthebung durch das Parlament zuvorzukommen.

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai forderte unterdessen, schnellstmöglich freie und faire Wahlen abzuhalten, um aus Simbabwe wieder eine erfolgreiche Demokratie zu machen. Ob die Opposition an der Übergangsregierung bis zur Wahl im nächsten Jahr beteiligt werden soll, blieb zunächst unklar. Die Afrikanische Union erklärte, der Rücktritt Mugabes ebne den Weg für “einen Übergangsprozess, der dem souveränen Volk Simbabwes gehört und von ihm geleitet wird”. Auch die US-Regierung forderte, freie und faire Wahlen zu organisieren.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte, es sei wichtig, dass nun ein offener Dialog für eine demokratischere Zukunft eingerichtet werde, der zur Beschleunigung wesentlicher Reformen animiere. Die EU sei bereit, diesen Prozess zu begleiten. Der Putsch der Generäle wurde nach Meinung von Experten auch dadurch ausgelöst, dass Mugabe seine unbeliebte Frau Grace als Nachfolgerin etablieren wollte. Die 52-Jährige ist bekannt für ihr impulsives Verhalten, teure Kleider und extravagante Shopping-Reisen und wird oft spöttisch “Gucci Grace” genannt.

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Bislang ist noch unklar, ob Mugabe in Simbabwe verbleiben wird und ob ihm möglicherweise von der Militärführung Straffreiheit zugesichert wurde. Zunächst unklar blieb auch, wie schnell und wie stark sich das Militär nach der Bildung einer Übergangsregierung wieder aus der Politik zurückziehen würde.

Mugabe war in dem Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht, zunächst als Premierminister und seit 1987 als Präsident. Seine Regierungsführung wurde mit den Jahren zunehmen autoritärer. Unter seiner Führung wurde aus der wohlhabenden Kornkammer der Region ein Armenhaus.

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