Timo Boll im Interview Ich habe schon Krokodil und Ameisen gegessen – Express.de

Düssledorf –

Borussia Düsseldorf hat das erste Tischtennis-Auswärtsspiel in der Champions League mit 3:2 im polnischen Dzialdowo gewonnen. Am vergangenen Sonntag stand das Bundesliga-Spitzenspiel gegen den Zweiten SV Mülhausen an (3:1).

Im EXPRESS-Interview spricht Düsseldorfs Timo Boll kurz vor dem World Cup (20.–22. Oktober in Lüttich) über sein Leben als Tischtennis-Star.

Sie sind schon viel in der Welt herumgekommen. Was sind die verrücktesten Sachen, die Sie jemals gegessen haben?

Ich habe in China zum Teil auch in Sportschulen gelebt. Dort gab es dann auch oft Schildkröte. Die Hauptsache war, dass das Essen Kraft gibt. Krokodil oder Ameisen habe ich auch schon gegessen, aber nur ausnahmsweise. 

Achten Sie als 36-Jähriger mehr auf Ihre Ernährung?

Im Gegenteil. Jetzt kommt bei mir eher die Phase, in der  ich alles ein bisschen mehr genieße und mir auch mal etwas gönne. Früher habe ich schon anderthalb Jahre vor Olympia angefangen, keine Süßigkeiten mehr zu essen und keinen Alkohol mehr anzurühren. Ich habe auch mal für ein halbes Jahr vegan gelebt und auf meinen Säure-Basen-Haushalt geachtet. Das ist schon ein bisschen ausgeufert damals. Jetzt mache ich mir über so etwas keinen großen Kopf mehr. Trotzdem esse ich  natürlich nicht jeden Tag Pizza.

Sie waren Fahnenträger bei Olympia, haben eine WM-Medaille geholt, waren Weltcup-Sieger und Weltranglistenerster. Was treibt Sie noch an?

Ich liebe diesen Sport einfach, und er macht mir immer noch viel Spaß. Auch der Ehrgeiz ist immer noch da. Egal, ob das jetzt ein Trainingsmatch ist oder eine WM im eigenen Land. In mir lodert weiter das Feuer. Nur habe ich ein wenig Angst, dass es irgendwann körperlich nicht mehr geht.

Der Weißrusse Vladimir Samsonov ist mit 41 Jahren immer noch ein Top-Ten-Spieler.

Wenn ich mich einigermaßen fit halte, kann ich mir vorstellen, mit Anfang 40 noch konkurrenzfähig zu sein. Wahrscheinlich werde ich dann aber nicht mehr um den WM-Titel mitspielen können, da die Top-Leute dafür einfach zu athletisch sind. Denn die Extra-Explosivität ist im höheren Alter nicht mehr da, was ich jetzt schon merke.

Olympia in Tokio im Jahr 2020 ist also noch ein Ziel von Ihnen?

Auf jeden Fall. Die Qualifikation dafür ist schon in zwei Jahren. Eine Zeit, die schnell überbrückt ist.

Was kommt nach dem Tischtennis?

Ich werde in einigen Wochen eine Online-Coaching-Plattform präsentieren. Dadurch kann ich mein Know-how ab sofort jedem Tischtennisspieler der Welt zur Verfügung stellen. Das könnte etwas sein, in das ich nach meiner aktiven Zeit mehr intensiviere. Weiterhin jeden Tag als Trainer in der Halle zu stehen kann ich mir hingegen nicht vorstellen.

Ärgert es Sie, dass  Tischtennis hierzulande nur eine Randsportart ist?

Es ist schon schwierig. Im aktuellen Medien-Kreislauf hat Tischtennis kaum noch eine Chance, regelmäßig Minuten im TV zu bekommen. Damit der Laie sich mit Tischtennis beschäftigen kann, fehlt vielleicht ein reiner Sportsender, der wirklich alle Sportarten zeigt. Es geht bei dieser Problematik aber nicht nur um Tischtennis, sondern auch um viele andere Sportarten.

Finden Sie Millionengehälter im Fußball als einer der weltbesten Tischtennis-Spieler gerecht?

Ich will mich auf gar keinen Fall beschweren, denn es gibt viele Sportler, die noch viel weniger verdienen als Tischtennisspieler. Uns geht es wirklich sehr gut. Außerdem ist das Gute, dass wir ein relativ normales Leben führen können, was ein Dirk Nowitzki, ein Bastian Schweinsteiger oder ein Boris Becker vielleicht ein wenig vermissen. Diese Sportler werden überall erkannt, was auch anstrengend sein kann. Bei uns Tischtennisspielern ist es ein guter Mix. Wir können super von unserer Sportart leben, haben auch immer noch ein relativ normales Leben, sodass man in Ruhe Essen gehen kann, ohne sofort erkannt zu werden. Wie viel das wert ist, weiß ich zu schätzen, da ich auch die andere Seite kenne. Denn in China wird es für mich schwierig, nicht erkannt und angesprochen zu werden. Auch mit der Familie kann ich dort nicht einfach bummeln gehen. Deshalb bleibe ich dort oftmals lieber zu Hause.

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Düssledorf –

Borussia Düsseldorf hat das erste Tischtennis-Auswärtsspiel in der Champions League mit 3:2 im polnischen Dzialdowo gewonnen. Am vergangenen Sonntag stand das Bundesliga-Spitzenspiel gegen den Zweiten SV Mülhausen an (3:1).

Im EXPRESS-Interview spricht Düsseldorfs Timo Boll kurz vor dem World Cup (20.–22. Oktober in Lüttich) über sein Leben als Tischtennis-Star.

Sie sind schon viel in der Welt herumgekommen. Was sind die verrücktesten Sachen, die Sie jemals gegessen haben?

Ich habe in China zum Teil auch in Sportschulen gelebt. Dort gab es dann auch oft Schildkröte. Die Hauptsache war, dass das Essen Kraft gibt. Krokodil oder Ameisen habe ich auch schon gegessen, aber nur ausnahmsweise. 

Achten Sie als 36-Jähriger mehr auf Ihre Ernährung?

Im Gegenteil. Jetzt kommt bei mir eher die Phase, in der  ich alles ein bisschen mehr genieße und mir auch mal etwas gönne. Früher habe ich schon anderthalb Jahre vor Olympia angefangen, keine Süßigkeiten mehr zu essen und keinen Alkohol mehr anzurühren. Ich habe auch mal für ein halbes Jahr vegan gelebt und auf meinen Säure-Basen-Haushalt geachtet. Das ist schon ein bisschen ausgeufert damals. Jetzt mache ich mir über so etwas keinen großen Kopf mehr. Trotzdem esse ich  natürlich nicht jeden Tag Pizza.

Sie waren Fahnenträger bei Olympia, haben eine WM-Medaille geholt, waren Weltcup-Sieger und Weltranglistenerster. Was treibt Sie noch an?

Ich liebe diesen Sport einfach, und er macht mir immer noch viel Spaß. Auch der Ehrgeiz ist immer noch da. Egal, ob das jetzt ein Trainingsmatch ist oder eine WM im eigenen Land. In mir lodert weiter das Feuer. Nur habe ich ein wenig Angst, dass es irgendwann körperlich nicht mehr geht.

Der Weißrusse Vladimir Samsonov ist mit 41 Jahren immer noch ein Top-Ten-Spieler.

Wenn ich mich einigermaßen fit halte, kann ich mir vorstellen, mit Anfang 40 noch konkurrenzfähig zu sein. Wahrscheinlich werde ich dann aber nicht mehr um den WM-Titel mitspielen können, da die Top-Leute dafür einfach zu athletisch sind. Denn die Extra-Explosivität ist im höheren Alter nicht mehr da, was ich jetzt schon merke.

Olympia in Tokio im Jahr 2020 ist also noch ein Ziel von Ihnen?

Auf jeden Fall. Die Qualifikation dafür ist schon in zwei Jahren. Eine Zeit, die schnell überbrückt ist.

Was kommt nach dem Tischtennis?

Ich werde in einigen Wochen eine Online-Coaching-Plattform präsentieren. Dadurch kann ich mein Know-how ab sofort jedem Tischtennisspieler der Welt zur Verfügung stellen. Das könnte etwas sein, in das ich nach meiner aktiven Zeit mehr intensiviere. Weiterhin jeden Tag als Trainer in der Halle zu stehen kann ich mir hingegen nicht vorstellen.

Ärgert es Sie, dass  Tischtennis hierzulande nur eine Randsportart ist?

Es ist schon schwierig. Im aktuellen Medien-Kreislauf hat Tischtennis kaum noch eine Chance, regelmäßig Minuten im TV zu bekommen. Damit der Laie sich mit Tischtennis beschäftigen kann, fehlt vielleicht ein reiner Sportsender, der wirklich alle Sportarten zeigt. Es geht bei dieser Problematik aber nicht nur um Tischtennis, sondern auch um viele andere Sportarten.

Finden Sie Millionengehälter im Fußball als einer der weltbesten Tischtennis-Spieler gerecht?

Ich will mich auf gar keinen Fall beschweren, denn es gibt viele Sportler, die noch viel weniger verdienen als Tischtennisspieler. Uns geht es wirklich sehr gut. Außerdem ist das Gute, dass wir ein relativ normales Leben führen können, was ein Dirk Nowitzki, ein Bastian Schweinsteiger oder ein Boris Becker vielleicht ein wenig vermissen. Diese Sportler werden überall erkannt, was auch anstrengend sein kann. Bei uns Tischtennisspielern ist es ein guter Mix. Wir können super von unserer Sportart leben, haben auch immer noch ein relativ normales Leben, sodass man in Ruhe Essen gehen kann, ohne sofort erkannt zu werden. Wie viel das wert ist, weiß ich zu schätzen, da ich auch die andere Seite kenne. Denn in China wird es für mich schwierig, nicht erkannt und angesprochen zu werden. Auch mit der Familie kann ich dort nicht einfach bummeln gehen. Deshalb bleibe ich dort oftmals lieber zu Hause.

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